„Und das ist alles nur in deinem Kopf..“- Vom Elefanten und dem Grand Canyon

August 9, 2017
Mir fällt immer wieder auf, wie sehr wir uns unsere eigenen Grenzen ziehen und uns dadurch für so so viele Möglichkeiten verschließen! Denn so oft glauben wir, etwas nicht zu können, irgendetwas zu benötigen oder winken gleich ab, weil wir vermeintlich wissen, dass wir es nicht realisieren können. Na, erwischt? Hast du auch einen Traum, eine Vorstellung davon, wie du dir dein Leben eigentlich wünscht? Etwas, was immer wieder in dir aufploppt und die zum wiederholten Mal von deinem inneren Kritiker zur Ruhe ermahnt wird?

Wir sind alle kräftige Elefanten!

Ein kleiner Elefant wurde nach seiner Zirkusaufführung immer hinter dem Zelt an einen Pfahl gebunden. Er versuchte pausenlos sich zu befreien, da er aber noch klein und schwach war, schaffte er es einfach nicht. Jedes Mal schmerzte die Kette, an der er angebunden war und bohrte sich tief in seine Haut. Ihm blieb nichts anderes übrig, als angebunden stehen zu bleiben. Einige Jahre gingen ins Land und der kleine Elefant war zu einem großen kräftigen Tier herangewachsen, der sich ohne Probleme von diesem Pfahl, an den er noch immer nach den Aufführungen angebunden wurde, hätte losreißen können. Doch die vielen erfolglosen Versuche und schmerzhaften Erinnerungen aus der Vergangenheit hielten ihn davon ab, es überhaupt wieder zu probieren! Er ergab sich seinem Schicksal und so sah man einen riesigen Elefanten, angebunden an einen kleinen Pfahl hinter dem Zirkuszelt.
Diese Geschichte lässt sich so gut auf unser Leben übertragen, denn genau da liegt oft der Hase äh… Elefant im Pfeffer. Es sind nämlich unsere eigenen Begrenzungen, die uns davon abhalten, größer zu denken. Wir sind ein solcher Elefant mit immenser Kraft, die in uns steckt und mit der wir so viel mehr erreichen können. Allerdings haben wir Angst: Angst vorm Scheitern, Angst vor Verurteilungen, Angst vor der Angst. Daher probieren wir es erst gar nicht und bleiben weiter in unserem gewohnten Terrain, obwohl doch „da draußen“ noch so viel mehr auf uns wartet.

Wie können wir „den Pfahl“ denn nun überwinden?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Pfahl sich nicht mit einem Ruck einreißen lässt, denn dafür haben wir zwar die Kraft, aber die Überwindung ist für einen Move noch viel zu groß! Deshalb gebe ich dir den Tipp: Versuche etwas an der Kette zu ziehen und sie zu lockern. Nimm dir Zeit für dich und erlaube dir erst einmal, dir deine Träume anzusehen. Träume ruhig ganz groß, auch wenn es utopisch klingt und sofort Gedanken wie „Wie soll ich das finanziell wuppen?“ aufkommen. Schieb sie zur Seite und träume erst einmal. Schreib dir auf, wie dein Traum aussieht oder was dein vielleicht auch nur kleines Vorhaben ist, so kannst du erst einmal hinsehen.

Mut ist ein Muskel

Eine Erkenntnis aus den letzten Monaten, die echt cool ist: Mut lässt sich trainieren. Ich habe meinen festen Job gekündigt und bin ins kalte Wasser gesprungen, das kostete mich allerdings viele Monate des Grübelns und Überwindens. Also man kann sich vorstellen, dass ich mir die Kette und den Pfahl von allen Seiten extrem genau angesehen habe 😀 Jetzt bin ich auf dem Weg in eine Selbstständigkeit, schreibe gerade einen Businessplan. Klingt als wisse ich genau, was ich mache… Ähm nein! Ich weiß aber, dass ich meine Lebenszeit nicht mehr gegen Geld eintauschen möchte- klar, quasi mache ich das auch, wenn ich nur für mich arbeite, aber darauf kommt es für mich an! Ich arbeite für mich und für meine Ziele, nicht für die eines anderen. Umso häufiger wir mutig sind, umso leichter fällt es uns. Komfortzone, du bist zwar echt gemütlich, aber irgendwann auch ein bisschen lame…

Auf dein „Warum“ kommt es an

Warum möchtest du deine Vision oder deinen Traum umsetzen? Möchtest du unabhängig arbeiten und später genug Zeit für deine Kinder haben? Absolut verständlich! Dieses „WARUM“ lässt dich durchhalten und bringt dich immer wieder auf Kurs. Wie oft sehe ich meine Freunde und denke: Okay, Annemarie. Alle haben einen festen Job und bekommen ein geregeltes Einkommen, sie müssen sich keine Gedanken darüber machen, wie sie die nächsten Rechnungen bezahlen. Ja, kein schönes Gefühl. Aber dann halte ich mir immer vor Augen, dass mein Leben im Durchschnitt nur 29000 Tage hat und ich davon ca. 14600 Tage mit meinem Job verbringe! Also fast die Hälfte! Wenn man davon noch die Schule/Ausbildung/Studium abzieht, dann bleibt nicht mehr viel übrig. Schon bin ich froh, dass ich meine Zeit frei einteilen kann und das machen darf, was ich möchte. Warum denn auch nicht? Nur weil uns von klein auf eingetrichtert wurde, dass wir eine Ausbildung machen und anschließend hart arbeiten müssen? Ich habe ja nichts gegen hart arbeiten, aber dann bitte das, was mir Freude macht und womit ich im besten Fall auch anderen Menschen Freude mache.

Das Leben passiert außerhalb der Komfortzone

Der Spruch „Schiffe sind am sichersten im Hafen aufgehoben, aber dafür wurden sie nicht gebaut“ klingt immer so nice, aber erst jetzt habe ich ihn wirklich verstanden. Damit ist nicht gemeint, dass du einmal aus der Bucht segelst und dann wieder zurück. Das Leben findet da draußen auf dem Meer statt. Es ist ungewiss, es ist stürmisch und dann wieder ruhig, du musst mutig sein, etwas wagen, aber es wird sich lohnen. Denn du wirst viel mehr sehen, als du es im Hafen jemals könntest.
Unser Leben ist so begrenzt. Davon habe ich das erste Mal ein Gefühl bekommen, als ich im Jahr 2005 vor dem Grand Canyon stand. So viele Millionen Jahre hat die Natur dieses Monument erschaffen, wir sind nur ein Wimpernschlag in der Geschichte der Erde. Ist es da nicht völlig hirnrissig, nicht seinen Träumen zu folgen und weiter „vernünftig“ zu sein?

Let your heart be your compass,

Annemarie

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