Warum die Welt dich braucht und Realismus stinkt

November 19, 2017
Als Kind machen wir hauptsächlich die Dinge, die uns Spaß machen. Wir denken nicht darüber nach, was die anderen wohl über uns sagen werden- wir folgen einfach der Begeisterung und der Freude. Dann werden wir älter und lernen, dass wir so, wie wir sind, nicht richtig sind. Es wird uns gesagt, wie wir uns zu benehmen haben, was sich gehört und was sich nicht gehört. So entwickeln wir uns zu einem erwachsenen Menschen und die Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben, sind wie dicke Schichten um uns gewickelt.
Das Kind von früher lebt aber noch immer in uns, es war nie weg.
Die Stimme ist bloß sehr leise geworden und bei vielen ist sie sogar verstummt.
Mich macht das wütend. Die Realität der Gesellschaft ist für mich ein selbsterschaffenes Konstrukt, weswegen wir es uns nicht mehr erlauben, ein glückliches Leben zu führen. Wir erlauben uns unsere Träume nicht mehr, weil die Angst bei Andersartigkeit ausgestossen zu werden, unterbewusst in jedem von uns existiert.
Aufgrund eines selbstgeschaffenen Konstruktes herrschen Glaubenssätze wie:
„Selbstständige arbeiten ständig und hart.“
„Es ist schwer, gutes Geld zu verdienen.“
„Angestellt zu sein, ist entspannter und vor allem sicherer.“
„Du kannst nicht nur das machen was dir Spaß macht- da könnte ja jeder kommen.“
„Es gehört sich nicht, als Erwachsener in eine Pfütze zu springen, was denken denn die anderen von dir!“
Wir wurden durch die Gesellschaft konditioniert, damit wir funktionieren und in das System passen. In diese stinkende Realität, in der kein Platz für Träumer ist.
Ich sage euch: Realismus stinkt sowas von! Wer sagt denn bitte, was falsch und was richtig ist? Unsere Gedanken erschaffen unsere Realität- wenn das so ist, dann ist es doch kein Wunder, wenn ich ständig Menschen auf der Straße sehe, die mürrisch drein schauen und irgendwie abwesend wirken. Ihnen und uns wurde unser Leben lang erzählt, dass wir nicht ok sind, so wie wir sind! Damit zerplatzten Träume und heute als Erwachsene denken wir natürlich, dass das „nur“ Kinderträume waren.
Angenommen, wir erlauben uns, diese Realität in Frage zu stellen. Unsere Glaubenssätze zu entlarven, der Freude zu folgen und unserer inneren Stimme wieder mehr Raum zu geben. Was würde sich in unserem Leben ändern und was für ein Mensch wärst du in dieser Welt? Wie würdest du mit anderen Menschen, Tieren, der Natur umgehen?
Die Generationen vor uns hatten mit Krieg, Entbehrung, Krankheiten, strengen Veteraneneltern und vielem mehr zu kämpfen- sie haben diesen Schmerz durchgemacht, um uns heute die Möglichkeit zu geben, etwas in der Welt zu verändern. Jetzt heißt es natürlich nicht für jeden: Hey, rette die Weltmeere oder die Pandabären in China- es geht auch um das Hier und Jetzt. Um die Menschen, denen wir begegnen oder um unsere Familie. Ich finde, dass die Welt unbedingt mehr von den Träumern braucht und das Realismus so subjektiv ist, wie die Glaubenssätze, die uns unser Umfeld in unserer Kindheit mit auf den Weg gegeben hat.
Du hast dein Leben nicht nur für dich alleine!
Aus dem Buch „Gespräche mit Gott“ von Neale Donald Walsch (Ersetze das Wort „Gott“ ruhig durch das Wort „Leben“, wenn es dich stört 😉 ) habe ich einen Satz ganz besonders für mich mitgenommen: „Wir haben unser Leben nicht nur für uns.“ Das hat bei mir so viel verändert, weil ich auch mein ganzes Leben immer nur geschaut habe, wie es mir geht, was ich noch besseres und tolleres haben kann. Versteht mich nicht falsch: Für sich selbst gut zu sorgen, ist etwas anderes- denn nur, wenn dein Glas gefüllt ist, kannst du auch anderen davon abgegeben. Es geht für mich viel mehr darum, dass ich früher von einem „Ziel“ zum nächsten gehechtet bin, ohne nach links oder rechts zu schauen.
Wir brauchen mehr Träumer, Friedensaktivisten, Weltenverbesserer. Wir brauchen mehr Eltern, die ihre Kinder nicht durch die Brille ihrer Glaubenssätze sehen sondern im Lichte ihrer Einzigartigkeit, die ihnen nicht ihre Träume nehmen, sondern sie bestärken.
Wir sind die Generation Y- nicht ohne Grund haben wir das Privileg, uns die WARUM-Frage zu stellen. Für mich geht es dabei nicht um Selbstverwirklichung, es geht um viel mehr als das.
All den Realisten sage ich hiermit: Es stinkt! Mir reicht´s, ich möchte mich nicht mehr kleinhalten und angstvoll die 20 Uhr-Nachrichten schauen. Ich möchte Liebe, Freude und Begeisterung an diese Stelle setzen. Ich möchte nicht jeden Tag zur Arbeit gehen, um zu „über-“ leben, dem Wirtschaftssystem brav zu gehorchen und zu konsumieren was das Zeug hält. Ich möchte das Leben auf dieser Welt aktiv gestalten, denn ich weiß, dass sie es gebrauchen kann- mehr denn je in diesen Zeiten.
Sei wie der Fluss, der eisern ins Meer fließt
Der sich nicht abbringen lässt egal wie schwer’s ist
Selbst den größten Stein fürchtet er nicht
Auch wenn es Jahre dauert bis er ihn bricht
Und wenn Dein Wille schläft, dann weck‘ ihn wieder
Denn in jedem von uns steckt dieser Krieger
Dessen Mut ist wie ein Schwert
Doch die größte Waffe ist sein Herz.
Lasst uns aufstehen
Macht Euch auf den Weg
An alle Krieger des Lichts
 
(Silbermond, Krieger des Lichts, 2009)

 

Wir sind nicht zufällig in diese Zeit geboren. Wir leben im Überfluss in der westlichen Welt und haben so viele Möglichkeiten, Fähigkeiten und Ressourcen. Wir können unser Glas füllen, wenn wir es uns erlauben und können dann anderen davon abgeben.
Lasst uns geben, lasst uns teilen und die Welt zusammen heilen. #annemariereimt 😀
Annemarie
Photo by Slava Bowman on Unsplash

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