Warum wir Vertrauen wieder lernen müssen

Vertrauen ist essentiell, um sich das Leben zu kreieren, das wir WIRKLICH (ich meine wirklich, wirklich) leben wollen. Warum betone ich das so?
Naja, erstmal müssen wir natürlich wissen: Was wollen wir denn überhaupt? Wie wollen wir leben? Wie wollen wir arbeiten? Wer soll in unserem Leben sein bzw. welche Art von Menschen? Was zur Hölle wollen wir hier?

Was zur Hölle wollen wir überhaupt?

Das ist eine der für mich schwersten Fragen. Was will ich? Und ja, ich gehöre zur Generation Y, die nie wirklich weiß, was sie will. Aber ich sehe das ganze eher so: Die Generation Y ist die ERSTE GENERATION, die sich diese Frage überhaupt stellen darf/muss. Die vorherigen Generationen hatten alle Hände voll zu tun: So viele Jahrhunderte ging es einfach um das nackte Überleben, was ja sogar noch bis ins 20. Jahrhundert andauerte. Dann ging alles (für die weltgeschichtliche Entwicklung) ziemlich schnell: Unsere Eltern wurden von der Kriegsgeneration so geprägt, dass sie zum Beispiel den Grundsatz „Arbeite hart, dann wirst du was“ tief in sich verankerten. Wir wiederum starteten auch ähnlich in das Leben- ich habe mit 16 Jahren eine Ausbildung gemacht, vor lauter Angst, ich würde überhaupt keinen Ausbildungsplatz bekommen. Da haben wir sie übrigens: Die Angst. Ich will sie nicht verteufeln, sie ist auch nicht unwichtig!

Angst kann uns manchmal helfen

Sie kann uns beschützen, wenn wir völlig abgedrehte Dinge tun wollen- die vielleicht nicht so sinnvoll sind und unser Leben bedrohen. Dafür ist die Angst da: Uns davon abzuhalten, Dinge zu tun, die unser Überleben gefährden. Dabei hilft sie uns manchmal. Aber eben nur manchmal. Viel zu selten, als das wir ihr die Aufmerksamkeit schenken sollten, die sie gerade bekommt. Wo ich hinsehe, wird die Welt von Angst beherrscht; im Kleinen wie im Großen. Angst hindert uns daran, das zu tun, was wir wirklich tun wollen. Angst beherrscht uns oft und hält uns klein. Wir lassen uns von der Angst in viel zu vielen Dingen einfach abhalten, das nicht mit unserem ÜBERleben auf dieser Welt zusammenhängt. Es geht um Dinge wie: „Ich kündige lieber diesen Job nicht, dann verliere ich mein Gesicht/Geld.“ Oder: „Eine Trennung? Niemals! Dann bin ich ja alleine.“

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Das Bauchgefühl hat Recht

Meistens sind es die Dinge, die uns am meisten Angst machen, denen wir folgen sollten. Dann nämlich wird das Leben spannend, aufregend und wieder lebendig. Damit meine ich nicht, ohne Fallschirm aus dem Flugzeug zu springen..haha! Nein, ich meine dieses Bauchkribbeln, das du spürst, wenn du dir vorstellst, wie du deinen unliebsamen Job kündigst und dich mit einer Idee selbstständig machst oder das Gefühl in der Magengegend, wenn du eigentlich weißt, dass deine Beziehung nicht mehr funktioniert und es dir viel besser gehen würde, wenn du deinen Weg alleine gehst. Manchmal kommen diese Gedanken ganz leise, man verwirft sie wieder. Dann kommen sie wieder, etwas lauter. Dann wieder und wieder. Bis man die Wahrheit nicht mehr verleugnen kann ODER bis man krank wird. Manchmal ist es auch so, dass wir es ganz plötzlich wissen: Klar und deutlich. Das ist mir so schon mal passiert: Ich wusste plötzlich, dass etwas zu Ende gehen MUSS. Es führt kein Weg daran vorbei. Es traf mich wie ein Blitz und ich musste mich erstmal setzen und das verdauen. Ich wusste es einfach! Und musste es jetzt nur noch umsetzen….

Geh den richtigen Weg, nicht den leichten

Das ist die krassteste Lektion, die ich lernen durfte und immer wieder lerne: Ich bin super sicherheitsorientiert. Ich brauche immer Plan A, B und C bevor ich losgehe und das ist eine meiner Aufgaben: Zu lernen, dass ich losgehen muss, bevor ich bereit bin. Zu lernen, dass ich mir selbst und dem Leben wieder mehr vertraue und das meine Pläne so ziemlich für die Katz sind..haha! Denn das Leben hat meist einen anderen (besseren) Weg für uns. Wir gehen also los (kündigen einen Job, verlassen eine Beziehung etc.) und sagen: „Ja, ich vertraue.“ Aber eigentlich suchen wir schon längst nach der nächsten Lösung, anstatt einfach wirklich zu vertrauen. Loszulassen, sich zu entspannen und die Lösung zu sich einzuladen. Wenn wir immer nur den leichten aka bequemen Weg gehen, ja was wird denn dann aus unserem Leben? Dann ist es seicht und plätschert vor sich hin und allerspätestens in unserer Mid-Life-Crisis erwischt es uns eiskalt, denn wir sind immer den vermeintlich sicheren Weg gegangen (Welcher Weg ist heute übrigens noch sicher- bitte schreib mir, wenn du ihn gefunden hast!=)

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Vertrauen üben

So und wie lernt man wieder, zu vertrauen? Gute Frage, ich arbeite an der Antwort und ich glaube, ich bin auf einem sehr guten Weg. Zuerst einmal müssen wir die Erfahrung machen, dass uns nichts passieren kann- heißt also, wir können im Kleinen anfangen und den Muskel mehr und mehr trainieren. Du musst deinen Job nicht gleich hinschmeissen, aber spür hin, wo du eigentlich weißt, dass eine Entscheidung ansteht, die vielleicht nicht leicht ist, aber richtig. Wenn Sorgen hochkommen und du grübelst, dann sage dir: „Ich vertraue.“ Schreib es dir auf, hänge dir Klebezettel an deinen Spiegel. Mach mehr die Dinge, die dir gut tun und die dir Freude bereiten. Damit erhöhst du deine Frequenz und wirst mehr und mehr spüren, was für dich richtig und gut ist.

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